musica aperta_03

Archiv 2018-19

 

1. Januar 2020, 20 Uhr - Alter Stadthaussaal,
Marktgasse 53 (über dem Kellertheater), Winterthur

Werner Bärtschi zum siebzigsten Geburtstag

Werner Bärtschi 70_q_800

Werner Bärtschi, Klavier

 

Belenus Quartett_800
Belenus Quartett
Seraina Pfenninger - Violine, Anne Battegay - Violine
 Esther Fritzsche - Viola, Jonas Vischi - Violoncello

Programm

Werner Bärtschi (1950)

In Trauer und Prunk (1984)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)

Klavierquartett Es-dur KV 493 (1786)
   Allegro
   Larghetto
   Allegretto

 

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Terry Riley (1935)

El Hombre (1993)

Werner Bärtschi

Fünf Arten, sich am eignen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen
für Klavier und Streichquartett (1996-2009)
   Wiederkehrende Signale
   Sehr zart vorzutragen
   ‘Ενδεκα (Hendeka)
   Es sind die Schnecken, die den Weg am besten kennen
   Capriccio

Werner Bärtschi verkörpert die früher selbstverständliche Einheit von Komponist und Interpret. Wie stark die beiden Tätigkeiten sich gegenseitig befruchten, zeigt sich im klug zwischen Eigenem und Fremdem ausbalancierten Programm: Dem beginnenden Klaviersolo, das experimentelle Klang- und Geräuscheffekte in die tradierte Musiksprache integriert, folgt ein Mozartsches Klavierquartett, das alles auf die knappste Form reduziert. Und zum spanisch angehauchten El Hombre gesellen sich abschliessend Bärtschis gross angelegte "Fünf Arten, sich am eignen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen"

ein ausführlicher Bericht zum Konzert von Werner Bärtschi selbst.doc

 

 

Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur
Donnerstag 12. Dezember 2019, 20 Uhr

Capricci e Capricci: Niccolò Paganini & Salvatore Sciarrino
Egidius Streiff - Violine

Egidius Streiff Capricci

Niccolò Paganini (1782-1840)

6 capricci op.1 (1802-1817)

Salvatore Sciarrino (1947)

6 capricci (1976)

Schwindelerregende Virtuosität und meditative Konzentration!

Ich bin ein echter Autodidakt“, sagt der 1947 in Palermo geborene Komponist Salvatore Sciarrino von sich. Er suchte stets eigene Wege in der Musik und fand schließlich zu einer einzigartigen Klangsprache, die das Verhältnis zwischen Klingen und Schweigen neu definiert. Dennoch ist für sein Schaffen das Aufgreifen und Weiterführen musikalischer Traditionslinien sehr wichtig. So reiht er sich mit seinen 1975/76 entstandenen Capricen in eine lange Tradition von virtuosen Kompositionen für Solo-Violine ein. Beginnend im 18. Jahrhundert mit Locatelli und Tartini, führte Niccolò Paganini sie mit seinen 1820 veröffentlichten 24 Capricen op. 1 zu einem Höhepunkt. Dieser Zyklus hatte fortan Modellcharakter. So deutet auch Sciarrino den Begriff „Capriccio“ in diesem traditionellen Sinn als „virtuose, akrobatische Übung“ und schließt musikalisch direkt an sein Vorbild an. Durch die für Sciarrinos Musik typischen, geräuschhaften Klänge scheinen Gesten Paganinis deutlich hervor: Die Arpeggio-Bewegungen der ersten Caprice übernimmt Sciarrino, kehrt sie um bzw. führt sie in die Höhen der fünfgestrichenen Oktave. Sciarrinos zweite Caprice greift die Trillerketten der sechsten von Paganini auf, während die schnellen Läufe der 16. Caprice Vorbild für das Presto in Sciarrinos Zyklus wurden. Sciarrinos letzte Caprice lehnt sich mit der Wiederaufnahme der wichtigsten Motive an die letzte Caprice von Paganini.

Egidius Streiff verwebt in seinem Programm die Werke der beiden Italienischen Komponisten und erntete dafür begeisterten Beifall bei Publikum, Kritikern – und Salvatore Sciarrino bezeugte: «Nun höre ich das erste Mal die Kombination, wie ich sie mir vorstellte». Der Schweizer Geiger – seit einigen Jahren Mitglied von Musica Aperta und in Winterthur bestens eingeführt – ist nicht zuletzt bekannt für seine Auftritten mit Violine solo: «Es ist eine eigenartige Mischung zwischen Eigenverantwortung, Risiko und direkter Zwiesprache mit dem Publikum. Am Capricci-Programm liebe ich ganz besonders den wunderbaren Moment des „Auftauchens“ nach einer knappen Stunde gemeinsamer Konzentration.“              www.egidiusstreiff.ch

weiteres Konzert: 8.Dezember 17.00h, Gare du Nord, Schwarzwaldallee 200, Basel

 

Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur
Donnerstag 21. November 2019, 20 Uhr

Zeitenspiegel
Mario Caroli - Flöte & Akiko Okabe - Klavier

musica aperta 21.11.2019 Zeitenspiegel - Mario Caroli_350  musica aperta 21.11.2019 Zeitenspiegel - Akiko Okabe_350

Toshio Hosokawa (1955)

“Lied" für Flöte und Klavier (2007)

Robert Schumann (1810-56)

Drei Romanzen op 94 (1849)

Beat Furrer (1954)

presto für Flöte und Klavier (1997)

Werner Bärtschi (1950)

Toccata a due für Flöte und Klavier (1987)

Max E. Keller (1947)

autonomia e dialogo für Flöte und Klavier (2015)

André Jolivet (1905 -1974)

Sonate für Flöte und Klavier (1961)  1. Fluide  2. Grave  3. Violent

Das Duo Mario Caroli - Akiko Okabe arbeitet seit vielen Jahren zusammen und verfolgt gemeinsam ein besonderes Konzept: Es verbindet Avantgarde mit Tradition, aus der sie entspringt, und eröffnet somit seinem Publikum immer wieder neue Klang- und Hörwelten. Die Konfrontation von neuer und alter Musik ermöglicht ein völlig neues Hören; man hört alte Musik mit neuen Ohren und neue Musik mit Traditionsbewusstsein. Mario Caroli und Akiko Okabe gelten als innovative Interpreten traditioneller Klangschönheiten ebenso wie zeitgenössischer Klangwelten.

Das Programm für musica aperta mit zwei Schweizer Komponisten präsentiert eine sehr breite Palette des Ausdrucks, von Schumann bis zu jüngeren Werken. Zu Beginn lässt das Lied von Toshio Hosokawa mit ruhigen und gefühlvollen Klanglandschaften neugierige Ohren wunderbarerweise öffnen und einen umarmend willkommen heissen. Robert Schumanns "drei Romanzen" hat man wegen ihres beschaulichen Charakters und ihrer schlichten Form als Rückzug des Komponisten in die biedermeierliche Idylle, ja geradezu als Flucht ins häusliche Glück vor den revolutionären Wirren der Jahre 1848 und 1849 verstanden. Tatsächlich aber kamen diese Stücke dem Interesse der demokratisch bewegten Öffentlichkeit an allgemein verständlicher Kunst entgegen. „presto“ von Beat Furrer schickt die Interpreten in ein Labyrinth, in dem sie sich nie treffen. Der Schweizer Komponist und Pianist Werner Bärtschi erzeugt eine aussergewöhnliche Klanglichkeit besonders in der Klavierpartie durch präparierte Saiten und seine Virtuosität. Im Werk „autonomia e dialogo“ von Max E. Keller geht es um den Diskurs zweier Instrumenten: man hört sie reagieren, ignorieren, opponieren, verschmelzen, sich entwickeln und regredieren. Zum Schluss ist mit der „Sonate“ von André Jolivet eines der Meisterwerk des zwanzigsten Jahrhunderts für das Flötenrepertoire zu hören.

Akiko Okabe tritt nach dem Studium in Tokio und Freiburg i.Br. als Solistin und als Kammermusikerin auf. Seit 2006 ist sie festes Mitglied des Ensembles Aventure Freiburg i.Br., einer der renommiertesten Gruppen zeitgenössischer Musik. Unzählige Uraufführungen auf der verschiedenen Kontinenten, Workshops in verschiedenen Ländern und mehrere CDs. Als Solistin konzertiert sie mit einem breiten Repertoire von Mozart bis Spahlinger mit verschiedenen Orchestern Europas. Als Kammermusikerin arbeitet sie seit mehrere Jahren mit dem Flötist Mario Caroli: Konzerte in verschiedenen Ländern Europas. Dabei werden ihre Programme mit der durchdachte Gegenüberstellung der Musik der Vergangenheit und der Gegenwart vom Publikum hoch geschätzt. Seit 2019 hat sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Freiburg.

Mario Caroli studierte in Bologna und in Wien. Nach dem Gewinn des Kranichsteiner Musikpreises in Darmstadt (Ferienkurse für Neue Musik) startete er eine sehr erfolgreiche Karriere als Soloflötist. Er spielte als Solist mit verschiedenen Orchestern wie Philharmonia London, SWR und WDR Sinfonieorchester, Orchestre de Radio France Paris, Orchestre National de Belgique, Basel Sinfonietta, Tokio Philharmonic. Viele Komponisten haben ihm Stücke gewidmet. Er hat an der Hochschule für Musik in Lugano unterrichtet sowie an der Hochschule für Musik in Strassburg, wo er lebt. Mario Caroli ist heute Professor für Flöte an der Hochschule für Musik in Freiburg. Er ist Solist und Kammermusiker (seit 2019 er ist der neue Flötist des Ensemble Recherche in Freiburg), und er hat Philosophie an der Universität Bari studiert und abgeschlossen (Thesis über Nietzsches "Der Antichrist" ).

Flyer.pdf

 

Freitag, 4. Oktober 2019, 20 Uhr
Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur

Verstanden?
Eunoia Quintett:
Johanna Greulich (Sopran), Stephen Menotti (Posaune), Ellen Fallowfield (Cello), Clemens Hund-Göschel (Klavier) und Louisa Marxen (Schlagzeug)

Eunoia 2_800

Kurt Schwitter (1887-1948)

Ursonate (1922-32)

Sidney Corbett (1960)

Ceneri (2013)

Thierry de Mey (1956)

Silence must be! (2002)

Erik Ona (1961)

Fünf Lieder (2003)

Chikako Morishita (1981)

Uraufführung

Yair Klartag (1985)

Hat Trick (2009/13)

Carola Bauckholt (1959)

Schraubdichtung (2010)

Isabel Mundry (1963)

Textile Nacht (2014)

Wie macht man sich denn eigentlich verständlich? Oder eher wie geht man mit dem sich-nicht-verständlich-machen-können um? Dieser Frage geht das Programm „Verstanden?“ des Eunoia Quintetts nach: Fehlende oder verquere Worte, verworrene Kommunikation und Missverständnisse, vertauschte Rollen und Unklarheiten. EUNOIA (griechisch für “beautiful thinking”) ist das kürzeste Wort, das alle fünf Vokale erklingen last. Diese komprimierte Schönheit findet sich auch in der Besetzung wieder. Mit Sopran, Posaune, Cello, Schlagzeug und Klavier repräsentiert das Eunoia Quintett alle Instrumentengruppen und deckt dadurch ein breites Spektrum an Klangfarben ab.

 

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