musica aperta_03

20. Saison 2018 - 2019 Jubiläumssaison - Eintritt 30.- / 20.- Reservationen 076 518 59 29
 
www.musica-aperta.ch        www.villastraeuli.ch

Gesamtprogramm 18-19.doc   Download    Gesamtprogramm 18-19.pdf
 

 

Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur
Donnerstag 27. September 2018, 20 Uhr

présence – die Kugelgestalt der Zeit
Das Absolut Trio spielt B.A. Zimmermann:
Stefka Perifanova -Klavier, Bettina Boller- Violine, Judith Gerster - Violoncello

Bernd Alois Zimmermann

Sonate für Geige und Klavier (1949)

(1918 - 1970)

Vier kurze Studien für Cello solo (1970)

 

Présence – Ballet blanc für Violine, Violoncello und Klavier (1961)

 

1ère scène  – introduction et pas d’action (Don Quichote)   
2ième scène – pas de deux (Don Quichote et Ubu)   
3ième scène – Solo (pas d’Ubu)   
4ième scène – pas de deux (Molly Bloom et Don Quichote)   
5ième scène – pas d’action et finale (Molly Bloom)

Bernd Alois Zimmermanns Geburtstag jährt sich 2018 zum hundertsten Mal. Seine Werke finden erneut Anklang über die sensationellen Skandale anlässlich ihrer Uraufführung hinaus. Zeit beschäftigte Zimmermann in seinem ganzen Schaffen, sei es ganz direkt in Bezug auf die eigene Biografie (mit Jahrgang 1918 war ihm «Gnade der späten Geburt» nicht vergönnt; er wurde in die Wehrmacht eingezogen), aber auch in philosophischer und künstlerischer Hinsicht: In unserer Wahrnehmung sind alle Gedanken gleichzeitig – im Jetzt! Das Absolut Trio sucht eine Annäherung an dieses Jetzt mit  dem grossartigen Klaviertrio « présence »  (Die Einspielung ist beim Label Guild zu finden).
Dazu erklingt die frühe Geigensonate mit südamerikanischen Elementen, sowie die späten Vorstudien zur grossen Cellosonate. Egidius Streiff liest aus Texten des (freiwillig und viel zu früh  aus dem Leben geschiedenen!) Bernd Alois Zimmermann, die auch heute nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren haben.

 

top Dreieck gn 082 20 

Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Samstag 27. Oktober 2018, 20 Uhr 

50 Jahre 1968 - Ensemble Aventure Freiburg i.Br.
Natascha Maric - Flöte, Andrea Nagy - Klarinette, Wolfgang Rüdiger - Fagott, Akiko Okabe - Klavier,
Friedemann Amadeus Treiber - Violine, Sylvie Altenburger - Viola, Beverley Ellis - Violoncello, Johannes Nied - Kontrabass,
Nicholas Reed - Dirigent

Matthias S. Krüger (1980)

des traces lumineuses (2015) trois mouvements (attacca) pour fagott, trio à cordes, contrebasse et piano

Hans Eugen Frischknecht (1939)

Komposition für Violine und Klavier (1968)

Ulrike Mayer-Spohn (1980)

fEA (2018) für Ensemble, UA Auftrag Ensemble Aventure

Leonardo Idrobo (1977)

macchina (2015/16) für Ensemble

Martin Jaggi (1978)

Kôrd II (2017) für Viola, Violoncello und Klavier

Max E. Keller (1947)

1968 - Das Verkrustete aufbrechen (2018) für 8 Instrumente, UA Auftrag Ensemble Aventure

Das Programm feiert die Nachwirkungen von “1968” – nicht nostalgisch, sondern es fragt, welche Aktualität das Aufbruchs-jahr nach 50 Jahren besitzt. Die Echos dieser heißen Zeit des Aufstands gegen falsche Autoritäten, Unterdrückung, Verdrängung, gegen alles Starre und Versteinerte, für eine neue reflektierte Freiheit hallen wider im zeitgenössischen Komponieren, das kritisch wird und offen wie unser Denken, Fühlen, Handeln, das es spiegelt und beeinflusst.
Auf dem Programm stehen Werke von KomponistInnen, die eine im weitesten Sinne politische Haltung vertreten und ihre Rolle als Künstler in unserer Gesellschaft reflektieren. Während Ulrike Mayer-Spohn als Nachgeborene die Veränderungen der Zeit in ihrem neuen Aventure-Stück 
fEA in Form entschleunigter Klangverwandlungen aufgreift, lässt Max E. Keller als Vertreter der 68er-Generation aus aktualisierender Erinnerung das Verkrustete aufbrechen, in 5 Anläufen, bis hin zu Alltagsgeräuschen und im Finale zu einer Kollektiv-Improvisation. Während der Lachenmann-Schüler Martin Jaggi in Kôrd II für Viola, Violoncello und Klavier das Erbe von 1968 in der Auseinandersetzung mit Musik präkolonialer Zivilisationen weiterführt, spiegelt sich in Hans Eugen Frischknechts Komposition für Violine und Klavier, entstanden 1968, der damalige Geist der Emanzipation in der rhythmischen Freiheit des Interpreten. Einen kritischen Impuls im Gefolge von 68 setzt der junge kolumbianisch-schweizerische Komponist Leonardo Idrobo, der in macchina (2015-16) für Ensemble die kapitalistische Verlogenheit eines eingebauten Maschinen-Defekts thematisiert – ebenso wie Matthias S. Krüger, der in des traces lumineuses (2015) Leuchtspuren der Verflechtung von Einzelnem und gesellschaftlichem Ganzen legt. 

weitere Konzerte: 26.Okt. Freiburg i.Br.; 1. März 19 Le Cap, Bern; 9.Juni Forum Wallis Leuk

 

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Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur
Donnerstag 31. Januar 2019, 20 Uhr

Splitter - ein Mosaik in Text und Musik
mit Julia Wahren - Rezitation/ Performance & Egidius Streiff - Violine und dem Ensemble Horizonte Detmold:
Milena Schuster - Viol., Maria Pache - Viola, Martina Styppa - V'cello, Jörg-Peter Mittmann - Oboe, Helene Schütz - Harfe

Giacinto Scelsi (1905 - 1988)

Arc en ciel (1973) für Violine und Viola

Max E. Keller (1947)

Mobile (2013) für 2-5 Mitwirkende ad libitum

Claudio Monteverdi (1567-1643)

Zefiro torna (1632) arr. für Ensemble

Guillaume de Machaut ( ca. 1300-1377)

Rondeau Ma fin est mon commencement

Julia Wahren

Tonfischen (Hans Arp) für Stimme solo (2018)

Bernd A. Zimmermann (1918-1970)

Vier kurze Studien (1970) für Violoncello

Jörg-Peter Mittmann (1962)

tenebrae (2005) für Oboe, Violine, Viola und Violoncello

Kaija Saariaho (1952)

aus: Cloud Trio (2009) für Violine, Viola und Violoncello

Claudio Monteverdi (1567-1643)

Venite, Venite! (1632) arr. für Ensemble

Malika Kishino (1971)

Lamento (2014) für Violine und Viola

Jean-Luc Darbellay (1946)

Chemins croisés (2017) für Oboe und Violine   

Texte von Duchamp, Schwitters,Picabia, Arp u.a.

Scheinbar ungeordnet trifft Musik aus Mittelalter und Frühbarock auf avantgardistische Klänge, überlagert und kontrastiert mit Texten aus dem Umfeld von Marcel Duchamp und dem frühen Dadaismus. Aus der scheinbaren Sinnlosigkeit von Klang- und Wortfolgen schält sich allmählich ein Beziehungsgeflecht heraus, das Grundkonstanten unseres musikalischen und logischen Verstehens greifbar macht und den Bogen spannt über Musik verschiedenster Stilrichtungen und Epochen.
Das Ensemble Horizonte, gegründet 1990, hat sich vor allem durch zahlreiche Uraufführungen, CD-Einspielungen, innovative Programmkonzepte und interdisziplinäre Programme einen Namen gemacht. Das Programm "Splitter" wurde für eine USA-Tournee im Dezember 2017 gemeinsam mit der Münchener Performance-Künstlerin Julia Wahren entwickelt und ist auch in Bonn, München und Hamburg präsentiert worden.

weitere Konzerte: Mittwoch 30.01.2019 im “Safe” , unternehmen mitte Gerbergasse 30, Basel
                Freitag 1.2.2019 20 Uhr, Französische Kirche le Cap, Predigergasse 3, Bern

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Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Mittwoch 27. März 2019, 20 Uhr

 Uraufführungen - pur
pre-art soloists:
Boris Previsić - Flöten, Matthias Arter - Oboen, Raphael Camenisch - Saxophone, Vladimir Blagojević - Akkordeon,
Gilles Grimaître - Klavier, Tobias Moster - Violoncello, Aleksander Gabrys - Kontrabass

Ugurcan Öztekin (1990)

Wandlungen (3. Preis 11. pre-art Wettbewerb)

Jörg Peter Mittmann (1962) 

Wald der Widersprüche für Ensemble (Auftrag von musica aperta)

Emre Eröz (1995)

Amnesia (2. Preis 11. pre-art Wettbewerb)

William Blank (1957)

OPHRYS pour flûte solo et petit ensemble (2019) (Auftrag der pre-art soloists)

Orestis Papaioannou (*1993)

Prosopíon (Uraufführung der Neufassung)

Emre Sihan Kaleli (1987)

Adjacent rooms (II) for seven performers (2018/19) (Auftrag der pre-art soloists)

Preisgekrönte Stücke des 11th pre-art competition for young composers (Auswahl im September 2018; Jurypräsidium Roland Moser)

Die pre-art soloists spielen seit 2001 als flexibles 4 bis 7- köpfiges Spezialensemble für Zeitgenössisches in zahlreichen Festivals im In- und Ausland (u.a. Biennale Zagreb, Sonemus-Fest Sarajevo, Culturscapes Basel, Tage für Neue Musik Zürich) und wurde 2016 mit dem „Werkjahr Interpretation“ der Stadt Zürich ausgezeichnet. In den letzten Jahren erhielt das Repertoire des einzigartig zusammengesetzten Solistenensembles steten Zuwachs durch die regelmässigen pre-art Competitions, die sich an junge Komponierende aus Südosteuropa richten, sowie durch Aufträge (an ausgewählte KomponistInnen, wie etwa Stefan Wirth, Vinko Globokar oder Djuro Zivković. ) Im Programm 2018/19 präsentiert das Ensemble ausschliesslich Uraufführungen, wobei ganz verschiedene Stile und Generationen involviert sind. So etwa der junge türkische Komponist Emre Sihan Kaleli, Studium in Usbekistan, Holland und Österreich, wo er heute lebt. In seiner Musik ist mit tonalen Anklängen sein kultureller Hintergrund manchmal hörbar. Bei Jörg-Peter Mittmann, eine Generation älter, aus Detmold, ist andererseits oft seine philosophische Ader spürbar, gepaart mit grosser musikalischer Kraft.

weiteres Konzert: Dienstag, 26. März 2019, 19:30 Uhr, Ackermannshof Basel

 

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Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur  
Dienstag 14. Mai 2019, 20 Uhr 

Egidius Streiff - Violine & Werner Bärtschi - Klavier 
Einführung um 19.20 Uhr: Thomas Kessler - Egidius Streiff

Johann Sebastian Bach (1665 - 1750)

“Lamento” aus dem Trio für Clavier und Violine f-moll BWV 1018 (vor 1725) 

Younghi Pagh-Paan (1945)

Fanfarella (2018) für Violine solo

John Cage (1912 - 1992)

Nocturne for violin and piano (1947)

Werner Bärtschi (1950)

HAJC (2001) für Klavier solo

Thomas Kessler (1937)

violin control (1978) für Violine und Live-Elektronik

César Franck (1822 - 1890)

Sonate A-Dur (1886)
   Allegretto ben moderato - Allegro - Recitativo –  Fantasia: Ben moderato - Allegretto poco mosso

Werner Bärtschi und Egidius Streiff spannen den Bogen von Bach bis César Franck, deren Welten so fern voneinander nicht sind! Dazwischen präsentieren sie neue Werke in feinster Manier: Die kleine Fanfarella wurde von Younghi Pagh-Paan für Streiff geschrieben: Lauthals beginnt das Stücklein, aber zunehmend leise kündet es eine neue Ära an, die gegen Ende sogar mit einer veritablen «Melodie» hörbar wird. John Cage begründete das 1947 geschriebene «Nocturne» mit der Notwendigkeit, angesichts des allgemeinen Zustands der Welt ruhige Musik zu schreiben – dem bleibt leider auch heute nichts hinzuzufügen. HAJC von und mit Bärtschi ist ein häretisches Stück; eine Ketzerei in 16 Schritten, die vor der Vereinnahmung retten. Thomas Kesslers «violin control» ist ein Klassiker der live-elektronischen Musik aus dem Jahr 1978. Ursprünglich für Synthesizer und PA konzipiert, heute aber einfach realisierbar mit Computer, oder sogar mit Iphone und etwa einem Gitarrenverstärker.

weiteres Konzert: 13. Mai 2019 um 20.00 Uhr im Gare du Nord Basel, Einführung 19.20 Uhr

 

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Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur  
Samstag 22. Juni 2019, 20 Uhr

20 Jahre musica aperta
ensemble für neue musik zürich:
Hans-Peter Frehner - Flöte, Manfred Spitaler - Klarinetten, Daniela Müller - Violine - Nicola Romanò - Violoncello & Marco von Orelli - Trompete

Trios für variable Besetzung von Junghae Lee (Korea/Basel), Rudolf Kelterborn (Basel), Ralf Hoyer (Berlin), Cecilia Villanueva (Buenos Aires),
Lukas Stamm (Luzern), Susanne Stelzenbach (Berlin), Martin Daske (Berlin)

7 Uraufführungen der 7 Aufträge von musica aperta - das sieht zunächst nach einem typischen Jubiläumsprogramm aus. Aber das spezielle ist, dass die Trios für variable Besetzungen geschrieben werden, und dass jedes Stück zwei- oder dreimal gespielt wird, in verschiedenen Besetzungen, die von den Interpreten gewählt werden - im Sinne ihrer kreativen Einbindung und stärkeren Mitbeteiligung am Erklingenden. Besonders prägnant wird dies sein, wenn grafische, verbale oder sonstwie unkonventionelle Notationen verwendet werden und wenn Marco von Orelli, der primär in der Improvisationsszene beheimatet ist, einen Part spielt. Der Hörer andererseits erfährt das gleiche Trio quasi aus verschiedenen Perspektiven, kann das Potential der Komposition erkennen.

Wir haben KomponistInnen ausgewählt, die in verschiedenen Beziehungen zu musica aperta stehen, die aus verschiedenen (Welt)-Gegenden stammen, verschiedene Stile und Generationen (geb.1931 bis 1994, also fast drei Generationen) repräsentieren. Und es freut uns sehr, dass alle zugesagt haben. Zwischen den beiden Konzerten wird ein Apéro riche serviert werden.

Das Konzert wird von SRF 2 aufgenommen

 

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